09.11.2002 | Groundhopping in Bosnien und Kroatien

Der balkanesische Fussball - Wiege vieler FCK-Spieler ...

9. November 2002: Hajduk Split gegen NK Sibenik

Neben Dynamo Zagreb und Roter Stern Belgrad zaehlt Hajduk Split zu einem der bekanntesten und besten Fussballklubs des Balkans.

Da ich von der Hypo Alpe-Adria-Bank aus in Bosnien-.Herzeogowina, genauer gesagt in Mostar, beschaeftigt bin, habe ich mir schon lange einmal ueberlegt ein Spiel dieser kroatischen Mannschaft zu besuchen. Wie hinlaenglich bekannt hat ja auch unser Bosnier Stanko Bubalo, bevor er zu uns zum FC Kaernten gekommen ist, ebenfalls bei Hajduk gespielt - und war sogar einmal kroatischer Torschützenkönig!

Hajduk hat in den kroatischen Teilen von Bosnien sehr viele Anhaenger, auch hier im 2 Autostunden von Split entfernten Mostar. Was liegt also naeher auf einem Wochenende einen Abstecher nach Split zu machen und sich ein Spiel von Hajduk anzuschauen? Gesagt getan! Mit drei Arbeitskollegen aus der Bank sowie zwei bosnischen Freunden machten wir uns am 9.11.2002 auf den Weg von Mostar zur dalmatinischen Kueste.

Hajduk spielte an diesem Tag gegen NK Sibenik. Ein Spiel mit gewissem Derby-Charakter, da ja Sibenik nur ein paar Kilometer von Split entfernt liegt.

In Split angekommen machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt, da wir noch ein bischen Zeit hatten bis das Spiel begann. Split ist eine Industrie- und Hafenstadt und hat rund 150.000 Einwohner. Gestaerkt mit "typisch kroatischen" McDonalds-Food besuchten wir das bekannte Spliter Diokläzienpalast in der Naehe des Hafens. Dort kaufte mir ein Kollege netterweise einen Hajduk -Schal, weil ohne Fanutensilien "darf" ich nicht ins Stadion, sagter er!

Dann machten wir uns auf dem Weg zum "Gradski Stadion"! Wunderschoen in Meeresnaehe gelegen fasst die Arena von Split um die 40.000 Zuschauer - alles nur Sitzplaetze. Noch zu Titos Zeiten gebaut, kann es dieses Stadion in punkto Architektur locker mit vielen anderen Stadien in der Welt aufnehmen. Die Eintrittskarte fuer dieses Spiel auf der ueberdachten Westtrirbuene kostete 30,- Kuna, das sind umgerechnet rd. 4,50 EUR. Beim Einlass gab es keinerlei Probleme.

Im Stadion angelangt war ich schon mal fasziniert. Traumhafter Blick von der 32. Reihe auf den Rasen und wunderschoenes Abendrot. Die Nordkurve ist die Heimat der Torcidas, So ist die ueber die Landesgrenzen bekannte Bezeichnung der Fans von Hajduk Split, welche zu den besten - aber auch beruchtigsten am Balkan zaehlen. Vor zwei Wochen hat die aelteste Torcida-Grupperierung ihr 42jaheriges Bestehen im Spliter Stadion mit 42 bengalischen Feuern - gezuendet in der 41. Spielminute - gefeiert.

Fans von NK Sibenik habe ich an diesem Tag im Stadion nicht gesichtet. Inmsgesamt schatze ich mal, dass an diesem Tag so an die 3.000 bis 4.000 Zuschauer den Weg ins Stadion gefunden haben.

Zu den absoluten Lieblingen der Hajduk-Fans zaehlt der Torhueter, Stipe Pletikosa. Auch das Spiel gegen ?ibenik stand ganz im Zeichen der Hajduk-Goalies. Auf Grund von "Stipe"-Sprechchoeren im Stadion "musste" der Torhueter in der ersten Halbzeit zeimal zu einem Elfmeter fuer Hajduk antreten, wobei er den zweiten auch souveraen verwertete. Das Spiel verlief einseitig, Hajduk dominierte von Anfang an das Geschehen und nach 45. Minuten stand es bereits 2:0 fuer die Heimischen. Schliesslich gewann Hajduk dieses technisch recht hochstehende Match verdient mit 3:1.

Was mir schon beim Zrinjski Mostar gegen Sarajevo aufgefallen ist: die Zuschauer verlassen hier immer schon relativ früh die Stadion, meist 5-10 Minuten vor Spielende. Egal ob ihr Verein führt oder nicht!

Alles in allem war dieses Groundhopping nach Split wieder ein wirkich tolles Erlebnis. Bereits waehrend des Spiels haben wir mit Kollegen schon darueber nachgedacht, ob esnicht moeglich waere naechstes Jahr in Mostar ein internationales Turnier u.a. mit Hajduk Split, ?irkokj Brijeg (dem Heimatklub von Stanko Bubalo), Zrijnski Mostar sowie dem FC Kaernten mit allen seinen bosnien Kickern auf die Beine zu stellen. Dazu noch eine Fan-Reise für FCK-Fans mit tollem Programm. Das waer was ...

Zuvor ist aber ein Groundhopping nach Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien-Herzogowina geplant. Auf das freue ich mich auch schon!

Mehr Fotos von dieser Tour gibt es in unserer Foto-Gallerie!

Hier noch der Link zur Homepage von Hajduk Split mit weiteren Infos und Fotos:
Offizielle Homepage von Hajduk Split


25. September 2002: HŠK Zrinjski Mostar - Željeznièar Sarajevo

Seit nunmehr knapp zwei Monaten bin ich hier von meinem Dienstgeber, der Hypo Alpe-Adria-Bank AG aus in Mostar beschaeftigt. Mostar liegt umringt von Huegeln mitten in Bosnien-Herzegowina nur rund 1 1/2 Stunden vom Meer und 2 Stunden von Sarajevo, der Hauptstadt des Landes entfernt. Beruehmt ist Mostar durch seine Bruecke ueber die Neretva, welche leider im Balkankrieg zerstoert wurde. Man ist aber gerade dabei diese Bruecke, welche den kroatischen und muslimischen Teil von Mostar ehemals miteinander verbunden hat, wieder gaenzlich aufzubauen.

Wir als Oesterreicher wurden hier sehr sehr herzlich aufgenommen, wohnen nur 2 Gehminuten von unserer Bank entfernt! Auch ueber das hiesige Essen koennen wir uns ueberhaupt nicht beschweren. Man bekommt so ziemlich alles was das Herz begehrt. Ausser den bekannten Spezialitaeten des Balkans wie Cevapcici oder Plescavica ist vor allem Italenisches Essen weit verbreitet. Eine absolute Besonderheit von Mostar ist Pizza mit einem Haufen Mayonaise - reine Geschmackssache!

Man spuert ein bischen die Aufbruchstimmung im Land, wenn auch die Vergangenheit noch nicht ganz vergessen ist. Am Abend sind die Lokale in Mostar relativ voll - auch unter der Woche. Das ist man aus Klagenfurt gar nicht gewoehnt.

Ein weit verbreiteter Sport ist hier Boccia. Da gibt es sogar eigene Meisterschaften. Aber an allererster Stelle steht natuerlich auch in Bosnien der Koenig Fussball und da haben wir aus Klagenfurter Sicht natuerlich besondere Affinitaet zu diesem Land, kommen doch unsere FCK-Stars Almedin Hota, Saša Papac und Stanko Bubalo allesamt aus dieser Gegend.

Lokalverein von Mostar ist HŠK Zrinjski Mostar, welcher in der ersten bosnischen Liga keine schlechte Rolle spielt. HŠK bedeutet soviel wie "Kroatischer Sportklub". Weitere Spitzen-Vereine des Landes sind Željeznièar Sarajevo - Meister des Vorjahres und Široki Brijeg - der Club des Heimatortes von Stanko Bubalo.

Am Mittwoch, den 25.9.2002 traf Zrinjski Mostar auf Željeznièar aus Sarajevo - ein Spitzenduell in der bosnischen Liga. Da die Hypo Zrinjski sponsert wurden an diesem Tag in unserer Bank Freikarten fuer diesesSpiel verteilt. Leider fing das Spiel schon um 15:30 an. Mit einem Arbeitskollegen machten wir uns nach der Arbeit auf Richtung Stadion, um wenigstens die zweite Halbzeit zu sehen.

Angekommen beim Stadion wurden wir nicht einmal nach unseren Eintrittskarten gefragt. Das Stadion von Mostar - geschaetztes Fassungsvernoegen 20.000 - war nicht aussergewoehnlich gut besucht. Ich denke dass so an die 4.000 Fans den Weg zum Spiel gefunden haben. Auf der Westseite gibt es hier eine grosse betonierte Zusehertribuene, welche vielleicht Platz fuer 10.000 bis 15.000 Zuschauern bietet und in den Hang gebaut ist. Auf der Ostsseite befindet sich eine kleine Stehplatztribuene fuer ca. 5000 Fans. Sogar eine Laufbahn aus Lehm ist vorhanden! Alles in allem wirkt das Stadion eher verwildert.

Wir stellten uns auf die Westseite und trafen dort auch noch einen weiteren Kollegen aus der Bank.

0:0 stand des nach der ersten Halbzeit - wir hatten also nichts versaeumt.

Was mir gleich aufgefallen ist, dass es auch hier in Mostar - so wie in Klagenfurt - eine Art Zweiteilung der Fangruppierungen gibt. Auf der Ostseite des Stadions hatte sich eine kleine Gruppe von Ultras-Anhaengern - ca. 30 an der Zahl - positioniert, auf der Westseite des Stadions die restlichen Fangruppierungen von Zrinjski Mostar. Aus Sarajevo waren an diesem Tag nur ca. 20 Fans angreist.

Dennoch: Die Ultras Zrinjski sorgten für eine recht gute Stimmung im Stadion! 

Nach knapp fuenf Minuten in der 2. Halbzeit gab es Elfmeter fuer Mostar, bengalische Feuer und Rauch wurde auf beiden Seiten der Zrinjski-Fans gezuendet. Das ist in Oesterreich ueberhaupt nicht mehr vorstellbar. Da haette man gleich die Exekutive am Hals. Jedenfalls stand es dann 1:0 fuer die Heimischen und das ganze Stadion tobte.

Dann kam Zrinjski ziemlich unter Druck bis schliesslich Željeznièar Sarajevo in der 75. Minute ebenfalls durch einen Elfmeter der Ausgleich gelang. Die Stimmung im Stadion war dann ziemlich vorbei! Zum Abschluss musste dann noch ein Spieler aus Sarajevo in der 94. Minute vom Feld. Zuvor hatten schon eine Reihe von Zrinjski-Fans beim Stande von 1:1 das Stadion verlassen.

Besonders aufgefallen bei Mostar ist mir die Nr. 5, Ivica Ravlic ein Mann aus Šibenik. Vielleicht eine Ueberlegung fuer den FCK ;-)

Alles in allem wars ein nettes Erlebnis, aber nichts besonderes. Wir haben aber beschlossen ab und zu wieder einmal ein Spielt von Mostar zu besuchen. Ich freue mich aber schon einmal auf einen Besuch eines Spiels von Hajduk Split. Split liegt nur ca. 2 Autostunden von Mostar entfernt. Das sollte sich bald mal ausgehen .... hiervon gibt es natuerlich dann auch einen Bericht!

Hier noch der Link zur Homepage von HSK Zrinjski Mostar:
Offizielle Homepage von Zrinjski Mostar

by Mario Zolle

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